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Ersterwähnung

Im Jahr 1158 wurde Mammendorf erstmals in einer Urkunde erwähnt

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Die ältesten Nachrichten bringen den Ort mit dem Pfalzgrafen Friedrich II. von Sommerschenburg in Verbindung. Das Schreiben ist eine Bestätigung von Papst Hadrian aus dem Jahr 1158, in der die Schenkung des Pfalzgrafens von 4 Hufen Ackerland in Mamendorp an das Kloster Marienthal beglaubigt wird. Der Pfalzgraf war der Gründer des Zisterzienserklosters Marienthal bei Helmstedt im Jahr 1138. Ab dieser Zeit ist die Entwicklung Mammendorfs bis zur Zeit der Reformation eng mit dem Kloster verknüpft. 

Im Altarraum der Mammendorfer Kirche St. Andreas steht ein achteckiger Taufstein mit der Jahreszahl 1050, ein Verweis auf die Ottonische Zeit. Er stand vielleicht in der Kapelle des Klosters, ehe Anfang des 13. Jahrhunderts der erste Kirchenbau begonnen wurde.

Der Name des Ortes variierte zuvor (und auch danach) als Mamendorp oder Mammendorp und 1180 als Manendorp. Seit 1450 unverändert heißt der Ort Mammendorf.

„Hufe“ ist ein altes, regionales Flächenmaß: 1 Hufe entsprach im Braunschweigischen 30 Morgen Ackerland. 1 Braunschweiger Morgen entspricht historisch etwa 2.502 Quadratmetern = 0,25 Hektar)

 

Klösterliche Gutswirtschaft

Mammendorf war vor allem ein Verwaltungs- und Wirtschaftsstützpunkt des Klosters Marienthal bei Helmstedt

Hier richteten die Mönche eine klösterliche Gutswirtschaft ein: eine „Grangie“ (lat. granum = Korn). In einer Überlieferung ist sogar von Mammendorf als einem „Kirchdorf“ die Rede. Der Grund für die Niederlassung: Von Helmstedt bis Mammendorf mussten immerhin vier Meilen Wegstrecke (1 Meile = 1,609344 Kilometer) zu Fuß oder mit den Karren bewältigt werden. Die Gutswirtschaft diente der Selbstversorgung, aber auch zur Erzeugung von landwirtschaftlichen Überschüssen. Das Kloster Marienthal unterhielt in Mammendorf ständig einen Mönch für gottesdienstliche Handlungen. Er fungierte zudem als Oberaufsicht über die Verwaltung des Hofes oder die Abgabenpflicht klösterlicher Lehnsträger in Form von Getreide, Hühnern, Hönig oder Wachs.

Überfall auf den Klosterhof / Weitere Überfälle 1330 und 1373

Eine klösterliche Gutswirtschaft weckte Begehrlichkeiten

Aus dem Jahr 1250 wurde von einem niederträchtigen Überfall auf den „Klosterhof“ berichtet. Leute des Otto von Hadmersleben überfielen in der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1250 die jetzt als „Klosterhof“ bezeichnete klösterliche Gutswirtschaft. Sie plünderten, mordeten und brandschatzten. 

Otto von Hadmersleben war im 13./14. Jahrhundert ein bekannter Raubritter im Raum des heutigen Sachsen-Anhalt, dem seine Zeitgenossen wegen seiner unbändigen Grausamkeit den Beinamen Terrae diabolus = Teufel des Landes gaben.* 

Seine Niedertracht bewegte seine Nachfahren. Die Söhne Werner, Gardolf und Otto schenkten im Jahr 1287 zwei Hufen auf der Wegersleber Flur dem Kloster als Wiedergutmachung und Versöhnung mit den Mönchen, um „die Strafe für den begangenen Frevel von sich und ihren Nachkommen abzuwenden“.*

Weitere Überfälle auf Mammendorf sind u. a. für 1330 durch Gunzlin von Wanzleben oder 1373 durch Gunther von Bartensleben und Otto von Seggerde belegt.*

Von dem Überfall 1./2. Oktober 1250 gibt es einen überlieferten Augenzeugenbericht des Klosterbruders Reinhold, der späterhin Abt im Kloster Marienthal war.

Bau der Kirche St. Andreas

Ein romanischer Sakralbau wurde errichtet

Wann genau man in Mammendorf mit dem Bau der Kirche begann und wie lange er dauerte, ist nicht bekannt. Fakt ist: Der westlich des heutigen Kirchenschiffs stehende Querturm aus Bruchstein ist bauzeitlich original erhalten und erzählt in seiner Bauweise in etwa, wie das damalige Kirchenhaus ausgesehen haben könnte.  

Auf der Turmsüdseite führt bis heute ein Portal hinein. Kleine rundbogige Fenster (Schalluken) zieren das abschließende Glockengeschoss. 

Im Altarraum steht ein achteckiger Taufstein. Er weist die Jahreszahl 1050 auf, ein Relikt aus früher Ottonischer Zeit.

Auflösung von Kloster und Klosterhof

Nach der Reformation

In den Jahren 1562 bis 1546 fand die erste lutherische General-Kirchen-Visitation zur Überprüfung der kirchlichen Verhältnisse nach der Reformation im Erzstift Magdeburg statt. So auch in Mammendorf. Die klösterlichen Güter waren in den Besitz des Dorfes übergegangen. Der Ort gehörte nun zum Amt Alvensleben und unterstand dessen Gerichtsbarkeit. Das Dorf selbst soll eher unscheinbar neben dem früheren Klosterbesitz gewesen sein. Knechte und Arbeiter hatten im Klosterdienst gestanden, Ackerbau und Viehzucht betrieben. Im Protokoll der Visitation ist aufgelistet, was zu Mammendorf zählte, darunter zehn Familien und ihr Besitz. Den Mönch hatte man zum Kloster Marienthal zurückgerufen, sein „heußlein“ – die Mönchsklause“ an einen Mann verkauft, „der eine Schenke daraus machte: Itschenkrug – der alte Name.“

Der Dreißigjährige Krieg

Das Wüten der Truppen / Die Zerstörung der Kirche

Insbesondere der Feldherr der Katholischen Liga und kaiserlichen Truppen Tilly ging wegen seines erbarmungslosen Vorgehens in die Geschichte ein. Wie sehr der Konflikt auch in Mammendorf Spuren hinterließ, davon kündet bis heute die lateinische Inschrift auf der Glocke im Turm von St. Andreas, sie wurde 1676 von Jakob Wentzel in Magdeburg gegossen. Die Inschrift lautet sinngemäß übersetzt:

„Tilly ist in unsere schöne Stadt (Magdeburg) eingedrungen und hat sie zerstört. Die Felder der (Mammendorfer) Flur hat er verwüstet. Jetzt haben wir wieder Frieden. Möge also Gott vor allem den Frieden für das ganze Land bewahren."

Die Mammendorfer Kirche wurde während der Kriegszeit bis auf den Turm zerstört. Das 

unvorstellbare Wüten der Soldaten in Magdeburg veränderte die bisherigen Vorstellungen von Krieg. Als „magdeburgisieren“ wird der Schrecken jener

Tage, die Misshandlungen, Exzesse und Morde, in die Weltgeschichte eingehen. Nur rund 300 der vormals rund 20.000 Bewohner Magdeburgs überlebten schutzsuchend im Dom das Massaker.

Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich und in Europa. Ihm standen sich der Kaiser und die Katholische Liga sowie die Protestantische Union gegenüber. Er begann als Religionskrieg und endete als Kampf um Territorien. 

Wiederaufbau St. Andreas

Dem erhaltenen Kirchturm wurde ein neues Kirchenschiff angefügt

Für das Jahr 1660 steht der Wiederaufbau des Kirchenschiffs von Mammendorf in den Geschichtsbüchern. Nach dem kriegerischen Wüten im Dreißigjährigen Krieg war nur der romanische Kirchturm weitgehend unversehrt geblieben. Ihm wurde nun ein verputztes Kirchenschiff mit hohem Satteldach angefügt. Es entstand eine schlichte Saalkirche in barocker Gestaltung, das Innere von einer hölzernen Tonnendecke überspannt. Auch ein neuer spätgotischer Taufstein wurde im Zusammenhang mit dem Neubau 1660 aufgestellt. Auf 1693 ist die Sakramentsnische datiert. 

Zugehörigkeit zur herzoglich-braunschweigischen Kloster-Ratsstube zu Wolfenbüttel

Der Herzog von Braunschweig-Lüneburg wurde Oberster Gerichtsherr für die Geschicke des Ortes

Das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel war ein Teilfürstentum des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg regierten über Gebiete, zu denen auch die ertragreichen Landstriche der Börde auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt zählten. Das Familienbuch berichtet: „Die Obergerichte hatte das königliche Amt Alvensleben, die Untergerichte die Gutsherrschaft. Die Dienste wurden dem Klosterhof zu Siegersleben in Geld entrichtet.“ Für das Jahr 1785 wurden 169 Einwohner und 28 Feuerstellen gezählt.

Zugehörigkeit zum Königreich Westphalen

Nach dem Frieden von Tilsit

Der Frieden von Tilsit war die Geburtsstunde des Königreichs Westphalen als napoleonischer Satellitenstaat. Und Mammendorf gehörte dazu. Das Königreich Westphalen (1807–1813) unterstand der Herrschaft von Jérôme Bonaparte, dem jüngsten Bruder Napoleons, Kassel war seine Residenz. Das Königreich sollte ein Modellstaat, die Verwaltung und das Sozialwesen modernisiert und eine neue Verfassung eingeführt werden. In Erinnerung blieb vor allem Jérômes Verschwendungssucht. Für Mammendorf bedeuteten die napoleonischen Kriege vor allem Leid. Die Chronik berichtet für 1806/07: „Das Dorf war mehrfach von französischen Truppen besetzt, die Bevölkerung hatte darunter sehr zu leiden.“* Mit dem Gefecht bei Dodendorf 1809 fand der Widerstand in der Börde gegen die Fremdherrschaft seinen besonderen Ausdruck. 

Zugehörigkeit zu Preußen

Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig kam Mammendorf zu Preußen

Das Königreich Westphalen wurde 1813 aufgelöst. Mit dem Wiener Kongress 1815 erfuhr Preußen als Mitglied des neu gegründeten Deutschen Bundes eine erhebliche Vergrößerung seines Territoriums. So kam auch Mammendorf zum Königreich Preußen als Teil der preußischen Provinz Sachsen. Schule und Kirche von Mammendorf aber verblieben verwaltungsmäßig in Braunschweig.

Der Blitzeinschlag in die Kirche St. Andreas

Drei Menschen fanden den Tod

Mitten im Vormittagsgottesdienst am 5. September 1824 schlug ein Blitz in die Kirche ein. Ein Gewitter war aufgezogen. Nach einer zeitgenössischen Schilderung zuckten „durch die schauerliche Dunkelheit grelle Blitze“.* Die Menschen „verließen das Gotteshaus, um sich anderswo in Sicherheit zu bringen. Kaum waren sie jedoch aus dem Gotteshaus herausgetreten, als ein Blitz jäh herniederfuhr und nicht nur die Kirche in Brand setzte, sondern auch Personen tötete und verletzte“*: den 38-jährigen Ackermann Andreas Siede, er hinterließ eine Witwe und fünf Kinder, den 31-jährigen Johann Jacob Pasemann sowie den 21-jährigen Junggesellen Johann Andreas Brüggemann. 16 Personen wurden verletzt. 

Aus dem „Gedächtnislied der Witwe Susanna Maria Siede, geb. Wasserthal“*

Ach Gott wie schrecklich war der tag, da ich that
Witwe werden. An dem mein Mann durch Blitz und Krach,
getötet lag zur Erden. Und war in diesem Tempel hier,
beim Ausgang dort vor jener Thür. 

Aus dem „speziellen Bericht des Pastors Wahlert“: 

„Der Blitzstrahl hat vorzugsweise den Randgiebel des Thurmes getroffen, das Dach zertrümmert und die Steine zum Theil 50 Fuß weitfortgeschleudert …“*

Separation: Die Agrarreform

In den Dörfern Preußens wurden im Zuge der Separation die Landparzellen neu aufgeteilt.

Durch die Separation im Jahr 1843 wurden Flure neu geordnet und Parzellen an einzelne Bauern vergeben. Größere, besser zu bewirtschaftende Felder entstanden. Die Landwirtschaft wurde modernisiert.

In der Folge entstanden Gehöfte gebaut, die nicht nur Übergang zu individuellem Besitz markierten, sondern zugleich das Bild des Dorfes veränderten. 

Bereits 1823 war auf einer Karte des Lt. V. d. Heyde der Steinbruch von Mammendorf eingezeichnet. Mit der Separation 1843 wurde Bauer Dietrich Besitzer des Steinbruchs. Der Steinbruch war bis 1910 aktiv, danach löste die Ziegelbauweise die bisherige Art des Bauens aus Naturstein ab. Bedeutende Ziegeleine in der Umgebung waren u. a. in Hohenwarsleben.

Die Zuckerrübe machte die Börde zu einem reichen Agrarstandort

Auf den Äckern Mammendorfs wurde das Wurzelgemüse zum wichtigen Anbauprodukt

1747 hatte der Apotheker Andreas Sigismund Marggraf die Eignung der Zuckerrübe als Zuckerlieferant entdeckt. Der Chemiker Franz Carl Achard züchtete sie zu einer zuckerreichen Pflanze. Die Zuckerrübe avancierte im 19. Jahrhundert zu einer wichtigen Nutzpflanze und wandelte die Magdeburger Börde zu einem europäischen Zuckerzentrum, nicht zuletzt durch den „Zuckerboom“ nach der Kontinentalsperre im Zuge der Napoleonischen Kriege. Ab 1876 wurde Zucker an der Magdeburger Zuckerbörse notiert.

Zuckerfabriken entstanden, etwa die 1883 gegründete in Klein Wanzleben. Bauern wurden wohlhabende „Zuckerbarone“ mit prächtigen Höfen, den „Rübenpalästen“. Auch Mammendorf profitierte von der Entwicklung, die sich auch in neuen Bauten widerspiegelte. Anwesen wie das in der Dorfstraße 5 von 1903 oder in der heutigen Kirchstraße 4 (früher Schulstraße) der Familie Bressel zeugen davon.

Restaurierung der Kirche St. Andreas

Nach dem Blitzeinschlag 1824

Die Chronik* vermerkt eine Restaurierung im Jahr 1909.

Erster Weltkrieg

Alle wehrfähigen Männer wurden eingezogen

Das Deutsche Reich mobilisierte Millionen junger – und unvorbereiteter – Männer für den Krieg: rund 13,25 Millionen. Das waren rund 81 Prozent seiner wehrfähigen männlichen Bevölkerung zwischen 17 und 50 Jahren. Die modernen Waffen forderten auf den Schlachtfeldern Millionen Tote, von den rund 17 Millionen Opfern waren etwa 10 Millionen Soldaten. 

Der erste Gefallene Mammendorfs war Leutnant d. R. Fritz Otto, gefallen am 20.09.1914 in Frankreich. Sein Leichnam wurde nach Mammendorf überführt. Die meisten Toten hatte die Familie Brodthuhn zu beklagen: Die Söhne Wilhelm und Otto starben 1916 in Frankreich, Fritz 1918. Auch Stiefsohn Paul Friesecke fiel am 5. Juli 1916 in Polen.

Eine Tafel in der St. Andreas Kirche erinnert an die 12 Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs.

Im Ort übernahmen während des Krieges die Frauen, Kinder und Alten die Tagesaufgaben, führten die körperlich schwere Arbeit in der Landwirtschaft weiter und sorgten für das Auskommen ihrer Familien in schwierigen Zeiten. 

Inflation

Nach dem Ersten Weltkrieg: massive Geldentwertung

Nach 1918 brach infolge der hohen Kriegsschulden und Reparationszahlungen eine massive Inflation aus, die ab 1922 in der Hyperinflation mündete. Die Währung wurde wertlos, Preise und Geld stiegen ins unermessliche. Kapital, jegliche Ersparnisse und damit viele Schicksale wurden vernichtet. In Mammendorf erzählt man sich, „dass die Verwalter die Löhne in Kiepen zur Auszahlung zu den Arbeitern brachten“. Astronomisch hohe Preise beherrschten den Markt, Geld verlor buchstäblich stündlich an Wert. Ein Brot kostete im November 1923 rund 200 Milliarden Mark.

Der Höhepunkt der Krise war 1923 erreicht, der mit der Einführung der Rentenmark endete.

Zweiter Weltkrieg

Deutschlands Großmachtstreben führte die Nation in einen verheerenden Zweiten Weltkrieg

Wieder wurden die wehrfähigen Männer des Dorfes eingezogen. Viele von ihnen starben auf dem Schlachtfeld. Über 60 Millionen Tote beklagt die Welt. Nach Mammendorf kehrten 13 Männer nicht zu ihren Familien zurück. Die Familie Stolle hatte die meisten Toten zu beklagen. Auf einem Gedenkstein in der St- Andreas Kirche finden sich die Namen der Gefallenen der Familie Stolle: Richard, Willi, Ernst, Fritz und Hermann. 

Während des Krieges und unmittelbar danach strömten Millionen Flüchtlinge und Vertriebene, etwa aus Schlesien und Ostpreußen in die Börde-Region. Vor allem die schweren Bombardements der Alliierten auf die Stadt Magdeburg veranlassten viele Städter aufs Land zu fliehen. Hier war es sicher und man hatte die Chance auf Lebensmittel. Zudem kam es nach Evakuierungen aus der Stadt zu Zwangseinquartierungen in den umliegenden Dörfern. Auch in Mammendorf. Etwa bei der Familie Brüggemann. Neben den sechs Kindern und den Eltern hatte Ruth Brüggemann bis zu 32 Flüchtlinge im Haus zu versorgen. 

DDR-Kreisreform / Gründung der LPG „Einheit“

Eingemeindung zu Eichenbarleben

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 und Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) auf dem Territorium der sowjetischen Besatzungszone im Osten Deutschlands 1949 gab es im Jahr 1952 eine Kreisreform. In diesem Zuge wurde Mammendorf zu Eichenbarleben eingemeindet. Die Gründung einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Mammendorf folgte unmittelbar nach der SED-Parteikonferenz im Juli 1952.

Mit einer Nutzfläche von 40 Hektar wurde 1952 in Mammendorf die LPG „Einheit“ gegründet. Ihr erster Vorsitzender war Ernst Dollek. Ziel der Kollektivierung in der DDR war die Überführung von Privat- in Gemeinschaftseigentum und die Umwandlung der Landwirtschaft nach sozialistischen Prinzipien für eine zentralisierter Planung und Kontrolle. Auch in Mammendorf geschah der Zusammenschluss vormals privater Bauernhöfe unter massivem Druck und Zwang. 

Eine Chronikniederschrift berichtet: „Bis zum März 1960 waren sämtliche 13 noch selbständig wirtschaftenden Einzelbauern zur LPG übergetreten. … 1960 war Mammendorf ein ‚vollgenossenschaftliches Dorf‘. Die LPG umfasst jetzt eine Nutzfläche von 340 Hektar und hat 107 Mitglieder. … Die Ablieferungsverpflichtungen konnten bis jetzt vorbildlich erfüllt werden.“* Immer schwieriger sei es jedoch, die Ablieferungstermine einzuhalten, besonders im Rind- und Schweinefleisch. Ab 1961 wurde Heinz Senge neuer Vorsitzender.

1972 wurde die Mammendorfer LPG mit den umliegenden LPG’s zusammengelegt. Zur LPG „Hohe Börde“ vereinigt wurden Wellen, Ochtmersleben, Eichenbarleben, Irxleben, Hermsdorf und Mammendorf. Der Hauptsitz der sogenannten „Kooperativen Abteilungen Pflanzenproduktion (KAP)“ befand sich in Irxleben.

Mammendorf während der Zeit der DDR

Erinnerungen an den Dorfkonsum, das Kulturhaus, die Gastwirtschaft „A. Schulze“. An Ernteschlachten, gemeinsame Feste und die Dederon-Schürze

Viele Erinnerungen verbinden sich in Mammendorf mit den 40 Jahren in der DDR. Etwa an den legendären Dorfkonsum, geführt von Herrn Weinkauf. Obwohl Versorgungsengpässe an der Tagesordnung waren, konnte – so erzählt es sich – Herr Weinkauf „alles besorgen“. Der Konsum war der soziale Treffpunkt des Ortes, eine „Institution“. Hier konnte man auch „anschreiben“ lassen. Den Konsum führte Herr Weinkauf nach der Wende privat weiter, bis das Geschäft ca. 2012 schloss.

Im früheren Ottoschen Hof, auch als „Jagdschloss“ bekannt, befand sich ab 1950 bis 1990 das Kulturhaus. Der Hof der Familie Otto war (wie der Hof der Familie Schrader) bereits 1945 enteignet worden. Das markante große Gebäude beherbergte nach dem Krieg zunächst die Dorfkommandantur, war später Hauptsitz der LPG, aber auch Lehrlingswohnheim der LPG-Gärtnerei sowie Küche für Schule und Kindergarten. 

Aus dem Dorfleben nicht wegzudenken: die Gastwirtschaft A. Schulze.

1980 feierte die Mammendorfer Feuerwehr ihr 100. Jubiläum.

Unter dem Begriff Ernteschlacht berichtete die DDR-Presse alljährlich über die kollektiven Anstrengungen der Kooperativen und Agrargenossenschaften zur rechtzeitigen Getreide-, Kartoffel-, Rübenernte. Ziel war, die staatlichen Lieferpflichten zu sichern, eng verbunden mit der Schaffung von Gemeinschaftssinn. In Mammendorf gab es einen Technikhof. Mähdrescher und andere Großgeräte bediente die Brigade Mammendorf innerhalb der LPG „Hohe Börde“ auf ihren Äckern.

Organisiert wurden viele Feste. Etwa den „Tanz in den Mai“ auf der Wiese neben dem Konsum. (ergänzen …)

Nicht wegzudenken aus dem DDR-Alltag in der Stadt und auf dem Land: die Dederon-Schürze, ein unverzichtbares, bunt mit Blumenmustern bedrucktes Kleidungsstück der Frauen, gewebt aus der strapazierfähigen DDR-Kunstfaser „Dederon“. Noch bis in die 2000er-Jahre traf sich eine Gruppe von Mammendorfer Frauen und spazierte stolz in Dederon-Schürzen und mit Lockenwicklern im Haar durch den Ort: ein Gag, der alle schmunzeln ließ.

Die politische Wende / Deutsche Wiedervereinigung

Der „Arbeitsplatz Dorf“ verschwand nach und nach

_ Liquidation der LPG / Schließung der Gärtnerei / fehlende Arbeitsplätze

_ Ende der Hausschlachtung

_ Schließung der Gaststätten (vormals „Zur Tränke“, „Gries“ bis 1993, Gaststätte Kulturhaus, inoffizielle Kneipe „Totenkopp“, ein Treffpunkt neben dem Konsum)

_ wer Mitglied der LPG war, erhielt sein Land bis 31. März 1990 zurück und hatte Arbeit und es war „gut, über sein Eignes wieder verfügen zu können“: 

Wiedereinrichter

nach der Wende 1990 waren ostdeutsche Landwirte, die nach der Auflösung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) ihr eingebrachtes Land zurückforderten, um einen Neuanfang zu wagen, oft mit Unterstützung durch das Landwirtschaftsanpassungsgesetz (LwAnpG). Sie kämpften um ihre Existenz in der Marktwirtschaft, standen vor Herausforderungen bei der Kapitalbeschaffung und der Umstrukturierung, und prägten die neue, oft großbetriebliche Agrarstruktur im Osten, im Gegensatz zu den alten Familienbetrieben im Westen. 

Nach der Wende 1990 standen viele ostdeutsche Betriebe vor dem Aus, aber es gab auch sogenannte "Wiedereinrichter" – Menschen, oft ehemalige LPG-Mitglieder oder neue Unternehmer – die versuchten, Betriebe wieder aufzubauen oder neue zu gründen, oft unter großen Schwierigkeiten wie mangelnden Investitionen, Entlassungen und dem Zusammenbruch alter Strukturen. Die Landwirtschaft sah sich mit der vollständigen Integration in die EU-Agrarpolitik konfrontiert, was zu einer radikalen Umstrukturierung von LPGs (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) führte, während die Treuhandanstalt versuchte, die Industrie zu privatisieren, oft mit wenig Erfolg.

Die Ansiedlung der CSI

Die Cronenberger Steinindustrie Franz Triches GmbH & Co. KG (CSI) baut Andesit im Tagebau ab

Das Traditionsunternehmen CSI eröffnete 1998 den Hartgesteinstagebau in Mammendorf. Der Steinbruch liegt westlich von Magdeburg in der Vulkanitserie des Flechtinger Höhenzuges und stellt damit eines der nördlichsten erschlossenen Hartgesteinsvorkommen in Deutschland dar. Der Ansiedlung vorausgegangen waren jahrlange Proteste der Mammendorfer Bauern gegen das Vorhaben, ihre Äcker für den Abbau des hiesigen Andesits aufzugeben. Die BILD-Zeitung titelte im September 1997 „Bauer gegen Bagger“, auf dem Foto der 25-jährige Kai Brüggemann. Heute, sagt Kai Brüggemann, ist er froh über die Entscheidung für CSI.

Eröffnung des „Steinhauses“

Das Dorfgemeinschaftshaus wurde eröffnet

Die Spur der Steine führt seit 2014 Besucher nach Mammendorf. Seit Jahren bot die Cronenberger Steinindustrie (CSI) Besichtigungen und Führungen zum Steinbruch, dem Andesit und Funden wie Fossilien und Mineralien an. Das Informationsangebot über Steine, Mineralien und Zeugen der Erd- und Menschheitsgeschichte konnte mit Bau des „Steinhauses“ erweitert werden.

Umgestaltung des Mammendorfer Dorfplatzes beendet

Neue Informationstafel

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Andacht und historisches Gedenken

Vor 200 Jahren schlug der Blitz in die St. Andreas Kirche ein

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